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Rhein-Neckar-Zeitung

„Duo Incantare“ verblüffte mit Spiellaune
Flötist Jens Bohms und Fagottist Michael Kaulartz gastierten am Samstagabend in der evangelischen Kirche Leutershausen
Hirschberg.Leutershausen. (kö) Die
Idee, ein ungewöhnliches Holzbläser.
Duo zu gründen, lag für den Flötisten
Jens Bohms und den Fagottisten Michael
Kaulartz auf der Hand, zumal sie des öfteren
 in verschiedenen Orchestern und
kammermusikalischen Besetzungen zu.
sammenmusizierten. Im Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz 
und anderen, aber auch in einem Bläserquintett. Die beiden jungen Musiker, die aus der Südpfalz stammen, gaben am Samstag ein begeisterndes Konzert in der evangelischen
Kirche Leutershausen.

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Quirlig verspielt
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Jens Bohms studiert an der Musikhochschule Frankfurt (bei Sebastian Wittiber, dem Soloflötisten des HR-Sinfonieorchesters), Michael Kaulartz, der auch
im Bundesjugendorchester musizierte,
lässt sich an der Musikhochschule Mannheim ausbilden. Beide sind Preisträger
bei verschiedenen Wettbewerben, darunter beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Als „Duo Incantare“ geben sie regelmäßig Konzerte.
Das Gesangliche trägt das Duo im Namen und in der Spielweise ebenso. In Mozarts Duo SonateKV 292 kam dies besonders reizend zur Geltung. Im hingebungsvoll innig musizierten langsamen Satz
ebenso wie in den sehr lebendig gestalteten Ecksätzen. Zwischen schmiegsamem
Legato und quirlig verspielten, fein hingetupften Nonlegato-Läufen wurde das
Duospiel wunderbar elastisch geformt.
Hurtig vergnügliche Duo-Geflechte belebten dieses Spiel ungemein. Begonnen
wurde der Auftritt mit dem Duo B-Dur
von Brian Gaulton, und auch hier begeisterten diese exzellenten Musiker mit wunderbar zusammen schwingendem Spiel,
schmiegsam ineinander verflochtenen Linien, warmen, beseelten Tönen und fliegenden Girlanden. Mit je einem Solo-
werk stellten die beiden Instrumentalisten ihre hohe Kunst im einzelnen vor.
Mit der „Rhapsody“ für Fagott von Willson
Osborne empfahl sich Michael Kaulartz
und zeigte, dass sein Instrument längst
nicht nur dafür geeignet ist, in einem Orchester die tiefen Füllstimmen zu versehen. Die Melodiosität und Gesanglich.
keit des Instruments stellte er ebenso vor
wie die Virtuosität, die darauf zu erreichen ist. Das war sehr schwer zu blasen,
und dennoch klang es überaus leichtgängig, bis in die höchsten Lagen hinauf und
mit flirrenden Linien angereichert.
Jens Bohms wählte Carl Philipp Emanuel Bachs Sonate a.moll für Flöte solo
für seinen Vortrag. Ein herrliches Werk,
von Vater Bach offenbar nicht wenig inspiriert. Eingebungsvolle, ausdrucksvolle Bögen schlug der hochmusikalisch gestaltende Flötist dabei über die weiten Intervallsprünge, verblüffte mit leichtgängig dahinfliegender Virtuosität, munteren Pirouetten, quirligen Beschleunigungen und einer tollen Repetitionstechnik.
Das wurde in trefflichen tänzerischen
Schwung gebracht mit vergnüglicher, heiterer Spiellaune angereichert.
Und einen herrlich farbenreichen Ton
entwickelte der Flötist darüber hinaus.
Beethovens Duo 1 WoO 27 musizierte das
Duo Incantare zum Abschluss, brachte
ebenso viel Humor hinein wie hingebungsvolle Gesanglichkeit. Das Publi.kum in der evangelischen Kirche zeigte
sich höchst angetan von diesen klasse Musikern.
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