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Weinheimer Nachrichten

Kontrast und Einklang
Konzert: Ein Duo aus Querflöte und Fagott begeistert in der evangelischen Kirche Lützelsachsen
LÜTZELSACHSEN. Es war ein Wechselbad der Gefühle, in das der große Kreis der Musikfreunde in der evangelischen Kirche vom Spiel vom Spiel zweier Musiker getaucht wurde. Jens Bohms (Querflöte) und Michael Kaulartz (Fagott) bereiteten mit klassischer bis romantischer Kammermusik einen eindrucksvollen Konzertabend.
Die Beiden bewiesen harmonische Ausgewogenheit zwischen ihren Instrumenten und große solistische Fähigkeiten. Mal verspielt, mal lebhaft und dann wieder verträumt, spielten die Musiker trotz der kontrastierenden Instrumente im Einklang. Die Musiker eröffneten den Abend mit dem technisch virtuosen "Duo 1 Opus 27" von Ludwig van Beethoven, in dem der vollen Klang der Flöte die Fagott-Melodie umschmeichelte.
Dem frischen Allegro folgte eine geradezu schwärmerisches Larghetto, dem sich ein rhythmisch-hübsches Rondo.Allegretto anschloss, in dem sich die beiden Instrumenten-Stimmen nochmals außerordentlich entfalteten.
Wunderschön, wie die beiden Musiker die Grundzüge des Facettenreichtums von Wolfgang Amadeus Mozarts "Duo Sonate KV292" zu Gehör brachten. Großartig, wie das Fagott im Allegro ausklang, in dem auch die Querflöte zum Zuge kam, bis dann das Rondo-Allegro das Werk beschloss. Hier präsentierte sich Mozart von seiner schönsten Seite.
Sicher war das Zusammenspiel der beiden Musiker in Joseph Fialas "Duo concertante in F" in dem die Sätze Allegro assai, Adagio und Allegro bei aller formalen Strenge in den kostbarsten Farben der romantischen Klangwelt leuchteten, die so bezeichnend sind für die Komponisten dieser Epoche. Auch die nächste Rarität löste ein, was sie versprach. Hier hieß es, die Ohren zu spitzen beim "Duo Op. 17 Nr.1"  mit den Sätzen Allegro und Polacca von Michael Joseph Gebauer, denn dieses Stück strahlte heitere Spiellust aus.
Der Südtiroler Komponist Leonhard von Call schöpfte als Töneschmied aus der Klassik ebenso wie aus dem volkstümlichen Erbe seines Landes. Sein Werk "Duo Opus 12 Nr.1" mit den Sätzen Allegro, Adagio, Rondo-Andantino entpuppte sich als ein mit melodischen Klängen reiches Werk mit lebensfrohen bis temperamentvollen Passagen.
Diese vielfarbige Musik lebte von der Virtuosität der beiden Musiker. Die Zuhörer dankten es mit langem Applaus für den gelungen musikalischen Abend.  G.J.
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